Als ein Unbekannter und Namenloser

Aus einem Vortrag Bruno Grönings am 7.11.1958 in Rosenheim

„Ja, liebe Freunde, wenn der Mensch nun alles wissen würde, wie Gott für ihn vorgesorgt hat, was Gott für uns alles getan, ist nur eine Frage übrig geblieben: Was haben Sie für Gott getan? Sehen Sie: Gott schafft Tag und Nacht, Sie haben Ihre Ruhe. Gott hat so viel für uns bestimmt, und der Mensch nimmt es nicht in sich auf. Er quält sich lieber. Er gibt sich lieber mit dem Bösen ab. Er beschäftigt sich tagein, tagaus, er behandelt sogar das Böse, statt er mal gotthörig wird und jetzt wirklich Gott folgt und sich wirklich von Gott führen lässt und auch das tut, was Gott für ihn bestimmt hat und was Gott ihm immer wieder sagt. Natürlich muss er, der Mensch, sich dann zur Ruhe bewegen. Natürlich muss er da dann auf Einen hören – nicht mehr auf Menschen. Nicht auf die vielen, von denen er umgeben ist, sondern auf Einen hören, zu dem auch er gehört, und das ist und bleibt immer Gott. Nun, liebe Freunde, wer hier nicht folgen kann, tja, der wird wirklich keinen Erfolg haben. Und wer nicht daran denkt, überhaupt zu folgen, ja, wie will der da dann mal an Erfolg glauben, das heißt den Erfolg haben? Das wird nicht möglich sein.

Ich glaube, unser Freund Pelz hat uns hernach auch noch was zu sagen. Aber nehmen wir jetzt erst mal hier – ich habe hier gerade ein Büchelchen in der Hand: „Luzifers Griff nach dem Lebendigen“, das Ihnen ja nicht unbekannt ist, das heißt, zum größten Teil nicht unbekannt ist. Hier steht auf der letzten Seite, stehen zwei so nette, nicht Verse, sondern so etwas Nettes, wirklich Wahres von einem großen Menschenfreund: Albert Schweitzer. Was der Mann gewusst, was er weiß und wie er doch hier und dort nicht was, sondern das sagt, was für den Menschen zutreffend ist und worauf der Mensch sein Augenmerk lenken sollte, was er bei Weitem gar nicht getan. Ich lass Ihnen dies hier mal vorlesen, und geben Sie Acht! Und ich werde dann einzelne fragen, was sie verstanden haben. Möglich, dass der eine und der andere doch schon das Rechte erfasst hat. (zu Erich Bavay:) Darf ich bitten? Von hier ab!“

Erich Bavay liest vor:

Aber für jeden, der es erfassen will, leuchtet hinter allem kommenden Schrecken hell das wahre Licht und die einzige wahrhaftige Hoffnung. Einmal wird Gott, der Herr, auf diesem Planeten sein Königreich aufrichten. Wahrer Friede und Gerechtigkeit werden dann regieren. Der quälende, zerstörende Einfluss des „Mörders von Anfang an“ wird beseitigt sein. In diesem Licht allein wissen wir wirklich. Wohl dem, der wie Albert Schweitzer sagen darf:

Als ein Unbekannter und Namenloser kommt Er zu uns, wie Er am Gestade des Sees an jene Männer, die nicht wussten, wer Er war, herantrat. Er sagt dasselbe Wort: ,Du aber folge mir nach!‘ und stellt uns vor die Aufgaben, die Er in unserer Zeit lösen muss. Er gebietet. Und denjenigen, welche ihm gehorchen, Weisen und Unweisen, wird Er sich offenbaren, in dem, was sie in Seiner Gemeinschaft an Frieden, Wirken, Kämpfen und Leiden erleben dürfen, und als ein unaussprechliches Geheimnis werden sie erfahren, wer Er ist.“

Bruno Gröning spricht weiter:

„Wer hat es verstanden? Wer hat es nicht verstanden? Ja, Freunde, die Ohren muss man schon spitzen, denn jedes Wort hat seine Bedeutung. Und es ist nicht nur gesagt, sondern sogar geschrieben, sodass Sie das jederzeit nachlesen können.

Sinnen Sie nach, und wer so ein Büchelchen hat, der bringe es mal zur Gemeinschaftsstunde, und nehmen Sie’s noch einmal durch, so lange, bis Sie es verstehen!“

Als ein Unbekannter und Namenloser kommt Er zu uns” bedeutet, unbekannt seiner äußeren Person nach und namenlos seiner inneren Beschaffenheit nach. Die Beschaffenheit, d.h., der innere Zustand ist hier mit Frieden, Wirken, Kämpfen und Leiden bezeichnet. Daran hat der Mensch teil, welcher Ihm gehorcht, d.h. Seiner Lehre folgt. Frieden und Wirken bezeichnet den Einfluss des Göttlichen in den Menschen. Kämpfen und Leiden bezogen auf den Herrn bezeichnet das, was der Herr für uns kämpft und leidet und bezogen auf den Menschen das, was der Mensch dem göttlichen Einfluss an Bösem und Falschem noch entgegensetzt und welches noch heraus geschafft werden muss. Der Herr kämpft in uns gegen das Böse und Falsche. Allein wäre der Mensch zu schwach, er würde dem Bösen unterliegen. Wie der Herr in uns gegen das Böse und Falsche, welches wir angeerbt bekommen und uns selbst noch angeeignet haben, kämpft, wird für den Menschen ewig ein Geheimnis bleiben und für den menschlichen Verstand unaussprechlich.

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