Das Wort / Verbindung

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat´s nicht begriffen.“ Johannes, 1,1-5

Nach Emanuel Swedenborg bezieht sich alles und jedes in der Heiligen Schrift, dem Worte Gottes, auf Gutes und Wahres und damit auf den Herrn und sein Reich, denn der Herr ist das Gute und das Wahre, oder anders ausgedrückt, die Liebe und die Weisheit selbst. Nach Swedenborg sind im Worte Gottes hinter dem Buchstabensinn höhere Bedeutungsebenen enthalten, geistige und himmlische. Diese untereinander geschiedenen Bedeutungsebenen stehen zueinander in Entsprechung. Als Beispiel diene Brot und Wein. Brot steht für das Gute und Wein für das Wahre, im höheren Sinn entsprechend für Himmlisches und Geistiges und im höchsten Sinn für den Herrn selbst. Wäre der Buchstabensinn der einzige Sinn im Worte Gottes, wäre die Heilige Schrift nicht heilig und hätte für den Menschen keinen Nutzen.

Dass es (das Wort) die Verbindung des Himmels mit dem Menschen ist, beruht darauf, dass das Wort in lauter Entsprechungen geschrieben, und daher so beschaffen ist, dass es den Himmel mit dem Menschen verbindet; denn der Himmel ist im inneren Sinn des Wortes, und dem inneren Sinn entspricht der äußere (Buchstaben-)Sinn. Wenn daher das Wort  vom Menschen gelesen wird, so werden die Engel, die beim Menschen sind, dasselbe im geistigen Sinn inne, das der innere Sinn ist, und dadurch fließt das Heilige von den Engeln her ein, wodurch eine Verbindung entsteht.
Zu diesem Zweck ist ein solches Wort gegeben worden.“  
Emanuel Swedenborg

Meine lieben Freunde, wenn Ihnen das alles nicht genügen sollte, dann nehmen Sie die Bibel zur Hand. Nehmen Sie die heilige Schrift, studieren Sie sie nicht nur, nicht nur, dass Sie sie in Ihrem Hirn aufnehmen, nein, beherzigen Sie das Gute, beherzigen Sie das, was Sie daraus als gut schon empfinden. So Sie es bejahen, so sind Sie schon auf dem rechten Weg.“ Bruno Gröning, Plochingen, 4.12.1958

Und das sind so viele wahre Worte Christi. Bitte, lesen Sie die Bibel, lesen Sie das Alte, das Neue Testament, lesen Sie alles. Aber grade hier die Worte Christi, alles, was er sagte, wie er den Menschen auf den Weg der Gesundheit zurückführte.“ Bruno Gröning, Springe, 3.10.1958

Im Wort liegt die Bedeutung .” Bruno Gröning, handschriftlich

Man kann davon ausgehen, dass auch das Wort Bruno Grönings seine höheren Bedeutungsebenen hat. In seinen Reden und Vorträgen bezieht sich Bruno Gröning immer wieder auf das Gute und Wahre bzw. deren Umkehrung auf Böses und Falsches. Bruno Gröning erklärt, dass der Mensch all dieses in sich aufnimmt. Entsprechende Aufnahmegefäße des Menschen für das Gute und das Wahre sind der Wille und der Verstand. In den Willen fließt das Gute, oder höher ausgedrückt, die Liebe Gottes ein und in den Verstand das Wahre oder die Weisheit Gottes. Die Liebe und die Weisheit Gottes fließt aber nicht direkt in den Menschen ein und sie treffen bei ihm auch nicht immer auf Gegenliebe. Oft genug verkehren wir Menschen Gutes in Böses und Wahres in Falsches, denn wir haben einen freien Willen und können wollen, denken und tun was uns beliebt. In der Regel sieht es so aus: Was wir als angenehm empfinden bezeichnen wir als “gut” und dieses “Gute” rechtfertigen wir und bezeichnen die Rechtfertigungsgründe als “wahr”. Das wirklich Gute und Wahre zielt allein auf die Gottes- und Nächstenliebe, die Verkehrung in Böses und Falsches, auf die Eigen- und Weltliebe. Der Mensch ist sein Wille, und die Willensabsichten zu erkennen ist das Ziel der Selbsterkenntnis.

Der Mensch handelt nach seinem Willen. Wie der Wille, so der Gedanke. Der Gedanke bewegt den Menschen zur Tat.” Bruno Gröning, handschriftlich

Durch Wille und Verstand sind wir Mensch, oder, besser gesagt, sollen wir wahrer Mensch nach dem Bilde Gottes werden. Der Mensch, der dem Bilde Gottes entsprechen soll, muss von einem bösen Menschen, d.h., von einem Menschen, der Böses und Falsches in sich trägt, (nach Bruno Gröning sind dies 90 Prozent aller Menschen), zu einem guten Menschen umgebildet werden.

Ich will den Menschen auf den wahren, göttlichen Weg zurückführen. Die Brücke zu diesem Weg habe ich gebaut. Diesen Weg können Sie alle gehen. Wenn Sie diesen Weg gehen, dann haben Sie alles! Deshalb mein Wirken hier auf dieser Erde. Ich will den Menschen umformen. Viele sind tatsächlich satanisch geworden. Menschen, die teuflisch sind, die einen kleinen oder großen Teufel im Leibe haben, den will ich ihnen abziehen, denn ich führe den Kampf mit dem leibhaftigen Satan. Ich kann dieses meistern, es macht mir nichts aus! Und Sie alle sollen wieder zu dem wahren, göttlichen Glauben zurückgeführt werden. Sie sollen den wahren, göttlichen Weg wieder gehen., damit Sie die Verbindung wieder erhalten und behalten.” Bruno Gröning, München, 1.9.1950

Die Umbildung des Menschen, oder Umformung, wie Bruno Gröning es bezeichnet, ist ein langwieriger und sehr vielschichtiger Prozess, der im Kindesalter beginnt und bis zum Tode und meist darüber hinaus sich fortsetzt, und an dessen Ende schließlich die geistige Wiedergeburt, also die wahre Menschwerdung steht. Von diesem Prozess handelt im höheren Sinn die gesamte Heilige Schrift. Im höchsten Sinn handelt sie von der Verherrlichung des Herrn. Denn die Umbildung und Wiedergeburt des Menschen ist ein Entsprechungsbild für den Prozess der Verherrlichung des Herrn, als er als Mensch in der Welt war. (Das Alte Testament bildet diesen Prozess durch historische Abläufe vor, im Neuen Testament nimmt die Vorbildung ein Ende und geht in der Person des Jesus Christus in Erfüllung.) Verherrlichung bedeutet, dass der Herr wie ein Mensch geboren wurde, mit erblich Bösem behaftet wie jeder Mensch, welches er durch schwere und schwerste Versuchungen des Bösen, und die Siege darüber, immer mehr aus sich heraus schaffte, dadurch sein Menschliches immer mehr mit dem Göttlichen verband und schließlich durch die letzte und schwerste Versuchung, der Kreuzigung, sein Menschliches mit dem Göttlichen, welches in ihm war, völlig vereinte.

Es ist hier nur ganz grob angerissen, welche unendliche Fülle geistiger und himmlischer Geheimnisse, welche dem menschlichen Verstand niemals erschöpfend dargestellt werden können, die Heilige Schrift, das Wort Gottes, verborgen im Buchstabensinn enthält. So beschreibt das Wort Gottes nicht nur den Umbildungs- bzw. Wiedergeburtsprozess des Menschen sondern ist, kraft der Heiligkeit die im Worte Gottes liegt (denn das Wort Gottes ist der Herr selbst), auch ein wichtiges Werkzeug dafür. Die Umbildung des Menschen wird bewirkt vom Guten durch das Wahre, also durch Wahrheiten, d.h. durch Lehren aus dem Wort. Deswegen hat Bruno Gröning auch eine Lehre hinterlassen, damit wir durch Wahrheiten belehrt werden können.

„Ich bin nur hier, um allen die Wahrheit zu sagen, wie Gott für uns, für jeden Menschen doch alles so gut eingerichtet und dass wir ihm nur folgen müssen und das für uns aufnehmen, was Gott für uns bestimmt hat.“ Bruno Gröning, Karlsruhe, 5.10.1957

Dass es sich dabei nicht um die Lehre Bruno Grönings handelt, sondern um die Lehre aus dem Worte Gottes, sagt er an vielen Stellen selbst.

Oder glaubten Sie, das wäre meine Lehre, die ich Ihnen hier kund tue? Nein, Freunde, es ist die Lehre Christi. So hat Gott es den Menschen durch Christus gelehrt.” Bruno Gröning, Springe, 4.10.1958

Wie oben erwähnt beginnt die Umbildung des Menschen bereits im frühesten Kindesalter. Als Kind lernt der Mensch Begriffe, die noch ziemlich ungeordnet im Gedächtnis aufbewahrt werden. Diese werden zuerst durch natürliche Wahrheiten und später durch geistige und himmlische Wahrheiten in die Ordnung gebracht. Dadurch wird der „vernünftige Mensch“, wie Swedenborg ihn nennt, gebildet. (Bruno Gröning: ”Der Mensch muss zur Vernunft kommen.”) Im weiteren Verlauf verbinden sich diese Wahrheiten mit dem Guten, welches auf zweierlei Weise in den Menschen einfließt. Einmal von außen, durch die Wahrheiten selbst und zum Zweiten von Innen, durch das, was bei Swedenborg als die „Überreste“ bezeichnet wird. Als Überreste wird das bezeichnet, was das Kind von den Eltern und Lehrern über das Gute und Wahre aus den Worte Gottes lernt. Denn dadurch kann das Gute vom Herrn, d.h. alle Zustände der Liebe: die Unschuld, die Liebe zu den Eltern, Geschwistern, Lehrern und Freunden, die Nächstenliebe und Barmherzigkeit gegenüber den Armen und Bedürftigen usw., einfließen. Diese sogenannten Überreste werden vom Herrn im Innersten des Menschen verborgen gehalten, damit sie später mit den Wahrheiten, die der Mensch, wenn er erwachsen geworden ist, sich selber verschafft, und natürliche Wahrheiten genannt werden, verbunden werden können. D.h., das Gute des Herrn kann über das Vernünftige in die natürlichen Wahrheiten des Menschen einfließen und sich mit diesen verbinden. Bei Swedenborg wird diese Verbindung als die Ehe des Guten und des Wahren bezeichnet und ist die eigentliche Widergeburt des Menschen. Das Entsprechungsbild in der Heiligen Schrift dafür ist die Ehe von Mann und Frau.

Und jetzt erinnere ich Sie an ein kleines, kindliches Gebet. Viele von Ihnen – gar die meisten – werden es von ihren Eltern gelehrt erhalten haben. Als kleines Kind haben Sie dieses noch beherzigt, und Sie haben fromm, Sie haben andächtig gebetet und haben auch geglaubt, dass dieses Gebet Ihnen zu dem verhelfen wird, worum Sie durch dieses Gebet Gott, worum Sie dieses Gebet Christus, unseren Heiland, gebeten haben. Es beginnt mit: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Christus, als Gott, als der Heiland allein.“ Damals, liebe Freunde, war es noch gut für Sie, und Sie haben viel des Bösen überwinden können. Sie haben das Böse beiseite gestellt.“ Bruno Gröning, Plochingen, 30.3.1956

Wir erkennen nun den höheren Sinn in diesen Worten Bruno Grönings. Es sind die “Überreste”, hier, ein einfaches kindliches Gebet, welche im Menschen von der Kindheit her noch vorhanden sind, und nun der Verbindung dienen. Und wir erkennen die Verantwortung, die wir als Eltern oder Lehrer unseren Kindern gegenüber haben, ihnen Begriffe und Lehren aus dem Worte Gottes beizubringen, an welche, wenn der Mensch selbstständig (vernünftig) geworden ist, Gott, der Herr, anknüpfen kann, d.h. sich mit dem Menschen verbinden kann, denn Verbindung ist nur beidseitig möglich. Es ist also das echte Gute und Wahre aus dem Worte Gottes im Menschen (und nicht das eingebildete, menschliche), mit dem sich der Herr verbindet.

Gottverbundensein, das ist alles.” Bruno Gröning, Plochingen, 4.12.1958

Im Folgendem beschreibt Bruno Gröning den Zustand der ersten Menschen, welche, nach Swedenborg, himmlische Menschen waren, d.h. sie waren Abbild des Himmels, dem Äußeren und vor allem dem Inneren nach, und wie der Mensch die göttliche Ordnung verlassen, dadurch die Verbindung zu Gott verloren, und nun wiedererlangen kann.

Die Auslegung der Worte Bruno Grönings, die im Anschluss folgt, lehnt sich an die Auslegung des Wortes Gottes durch Emanuel Swedenborg an, bei welcher jedes Wort der Bibel einem höheren Sinn entspricht, diesen vorbildet oder bezeichnet.

Gott hat den Menschen schön, gut und gesund geschaffen. So will Er ihn auch haben. Ursprünglich waren die Menschen ganz mit Gott verbunden, da war nur Liebe, Harmonie und Gesundheit, es war alles eins. Aber als der erste Mensch auf die Stimme, auf die böse, die außerhalb dieser Einheit sprach, hörte und das getan hat, da zerriss diese Verbindung, und seitdem steht Gott hier und dort der Mensch. Zwischen Gott und den Menschen entstand eine große Kluft. Da ist keine Verbindung. Der Mensch – allein auf sich gestellt – kann noch so gläubig sein und beten, er wird auf seinem Lebensweg von dem Bösen angegangen und in die Tiefe gezogen. Sie sind auf Ihrem Lebensweg da angekommen, da unten. Sie erleben Unglück, Schmerzen, unheilbare Leiden. Ich sage Ihnen: Gehen Sie nicht noch tiefer, sondern ich rufe Sie auf zur großen Umkehr! Kommen Sie hoch, und über die Kluft baue ich Ihnen eine Brücke! Gehen Sie vom Leidensweg auf den göttlichen Weg! Auf diesem gibt es kein Unglück, keine Schmerzen, kein Unheilbar – da ist alles gut. Dieser Weg führt zu Gott zurück!“ Bruno Gröning

Die “Stimme, die böse, die außerhalb dieser Einheit sprach” ist die Stimme des eigenen Verstandes. Dass die Stimme als „böse“ bezeichnet wird bedeutet die Sebstberedung. (Bruno Gröning spricht von Einbildung bzw. Verbildung. Der Mensch möchte nicht von Gott abhängig sein, er möchte eigenständig sein, er möchte sich sein eigenes Bild machen.) Die “Einheit” ist die Einheit des Guten und des Wahren und durch diese Einheit auch die Einheit mit Gott. Die “große Kluft” ist die Trennung des Wahren vom Guten und bedeutet der Glaube, der dem Verstand angehört, sei wichtiger als das Tun des Guten, welches dem Willen angehört. (Dies ist der Grund aller Religionsstreitigkeiten.) “Keine Verbindung” bedeutet keine Verbindung des Guten mit dem Wahren und dadurch auch keine Verbindung mit Gott. “Der Mensch… kann noch so gläubig sein und beten …” bedeutet der Glaube (das Wahre) ohne Verbindung mit dem Guten (des Lebens) ist kein lebendiger Glaube sondern ein toter. “Er wird … vom Bösen angegangen und in die Tiefe gezogen.” bedeutet: das Böse führt zum Bösen. “Unten” bezieht sich auf die Hölle, wo Böses und Falsches herrschen. “Noch tiefer” bezeichnet die noch innigere Verbindung des Bösen mit dem Falschen. “Umkehr” bedeutet einerseits die Umkehrung des Bösen und Falschen in Gutes und Wahres und andererseits die Umkehrung des Gemütszustandes wie er bei dem heutigen Menschen noch ist, dass der Verstand die erste Stelle einnimmt und der Wille die zweite. Umkehrung bedeutet also auch, dass der Wille (zum Guten) wieder die erste Stelle einnimmt und der Verstand (Glaube) die zweite. “ Kommen Sie hoch” bedeutet die Erhebung des Willens in einen besseren Zustand, d.h. zum Guten. “Und über die Kluft baue ich eine Brücke” bedeutet die Verbindung des Guten des Lebens mit dem Wahren des Glaubens und dadurch mit Gott. “Gehen Sie vom Leidensweg auf den göttlichen Weg” bedeutet das Böse lassen und das Gute tun. “Auf diesem gibt es kein Unglück, keine Schmerzen, kein Unheilbar – da ist alles gut.” bedeutet: das göttlich Gute des Herrn hat keine Gemeinschaft mit dem Bösen. “Dieser Weg führt zu Gott zurück” bedeutet die Wiederherstellung der Verbindung des Guten des Lebens mit dem Wahren des Glaubens und dadurch des Menschen mit Gott.

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