So Sie gut gefolgt

Aus einem Vortrag Bruno Grönings 1956 in Pirmasens

(Am Anfang der Tonbandaufnahme dieses Vortrags Bruno Grönings sind die Lieder „Ich weiß einen Strom“, „Am Ende ist’s doch gar nicht schwer“, „Ich blicke voll Beugung und Staunen“ und „Am Kreuze meines Heilands“, zu hören.)

Liebe Freunde, so Sie dem soeben Gehörten gut gefolgt, werden Sie genau wissen, worum es hier geht. Es geht, einfach gesagt, um Sie selbst. Es geht hier um jeden einzelnen Menschen. Es geht hier um den wirklich wahren Glauben. Es geht hier um den Glauben an Gott. Und dieser beginnt erst, so der Mensch hier zur Selbstbesinnung kommt, sodass er weiß, was er für sich, was er für seinen Körper nötig hat! Ich weiß, dass die meisten Menschen, ja, ich müsste sagen, fast alle Menschen, heute nicht mehr das Rechte von sich selbst wissen. Aber wenn wir, liebe Freunde, dieser Lehre, das heißt, die Lehre Christi, genau befolgen, dann werden wir, wie jeder auch im einzelnen gesehen, den Erfolg für sich verbuchen können. Natürlich sind Menschen einer ganz andern, einer rein menschlich-irdischen Lehre im Laufe der Jahrhunderte verfallen. Heute weiß der Mensch nichts mehr von sich. Er hat das Natürlich’, das Göttliche, beiseite gestellt. Er hat sich selbst aufgegeben. Er selbst hat es nicht mehr für nötig befunden, seinem Körper Beachtung zu schenken. Er tat einfach nur das, was er von sich aus für richtig hielt, so er es verstanden hat. Liebe Freunde, ich will mich auch Ihnen hier über das Mikrofon ganz kurz vorstellen. Nicht dass Sie womöglich wieder mal in einem andern Glauben verfallen. Ich sage es Ihnen ganz deutlich: Ich weiß nicht viel; ich weiß weiter nichts als nur das, was Menschen heute nicht mehr wissen, nicht mehr wissen können. Wie ich grade soebend sagte, dass sie dem Menschlichen verfallen und dass der Mensch alles so menschlich und nicht mehr göttlich nimmt. Darum, liebe Freunde, ist es traurig, traurig um jeden einzelnen Menschen bestellt. Er findet nicht mehr den Weg, wie ihn dieser Weg von Christus aufgezeigt worden ist. Er weiß nicht mehr, was Wahres ist. Er, der Mensch, ist mehr und mehr oberflächlich geworden. Er ist, praktisch gesagt, jeder großen Sünde verfallen. Ohne dass er es weiß. Ohne dass er’s überhaupt wahrnimmt. Ohne dass ihm überhaupt hier das Gewissen plagt. Das heißt, er fühlt es mehr oder weniger überhaupt nicht mehr. Was er fühlt, ist das eine, dass die Unstimmigkeit nicht nur um ihn, sondern in ihm eingedrungen ist.”

In diesem Abschnitt wird gehandelt von der mangelnden Selbsterkenntnis des Menschen, vom wahren Glauben, von der Lehre Christi als Mittel zur Umkehr bzw. Umbildung und vom geistigen Zustand der jetzigen Menschheit.

Alles in der Lehre Bruno Grönings zielt auf die Umbildung des Menschen ab. („Ich will den Menschen umformen“, „Ich rufe Sie auf zur großen Umkehr“ Bruno Gröning) Erst durch die Umbildung/Umkehr kann der Mensch geistig wiedergeboren werden, d.h., dem Bilde Gottes entsprechend, Mensch werden. Auch in der Bibel, dem Worte Gottes, handelt alles in entsprechendem Sinn von der geistigen Wiedergeburt, d.h. von der eigentlichen Menschwerdung. (Bitte, lesen Sie die Bibel. Lesen Sie das Alte, lesen Sie das Neue Testament, lesen Sie alles.“ Bruno Gröning)

Der wahre Glaube ist das Tun des Guten, vor der Umbildung/Umkehr aus dem Verstand, d.h. durch die Lehre, nach der Umbildung/Umkehr aus dem Willen (aus Neigung zum Guten und Wahren), d.h. aus Liebe zum Herrn und dem Nächsten. (“Wer Gott liebt, liebt den Menschen” Bruno Gröning)

Das Mittel zur Umbildung/Umkehr ist die Lehre Christi, das Wort Gottes. “Genau befolgen” bedeutet, das Wort Gottes muss gelehrt/gelernt, verstanden, anerkannt und geübt/gelebt werden. Durch das Tun des Guten wie aus sich selbst (d.h., zu Beginn glaubt der Mensch, er tue das Gute aus sich selbst heraus) fließt das göttlich Gute in den Willen des Menschen ein und bildet diesen um. („So Ihr Wille gleich gut abgestimmt ist mit dem göttlichen Willen.“ Bruno Gröning) Der Mensch ist sein Wille. Was er liebt (wohin seine Neigungungen gehen) das will er. Was er will, das ist er. Die Umbildung des Willens bedeutet also die Umbildung des Menschen. („Was du willst sei dein.“ Bruno Gröning)

Den geistigen Zustand der Menschheit bezeichnet Bruno Gröning als „traurig“, denn das Gewissen, welches dem Menschen (nach der Sintflut) als Mittel der Verbindung mit Gott gegeben wurde und welches durch die Lehre aus dem Wort Gottes im Menschen gebildet wird, ist ihm (durch eigene Schuld) verloren gegangen. „Ohne dass er es weiß. (keine Kenntniss der Lehre aus dem Wort) „Ohne dass er’s überhaupt wahrnimmt.“ (ohne Kenntnisse keine Erkenntnisse) „Ohne dass ihm überhaupt hier das Gewissen plagt.“ (ohne Erkenntnisse kein Gewissen) „Das heißt, er fühlt es mehr oder weniger überhaupt nicht mehr.“ (ohne Gewissen keine Gottverbindung und ohne Gottverbindung kein Leben – der Mensch ist geistig tot) Das Gewissen wird, wie gesagt, durch die Lehre aus dem Worte Gottes, welches die Lehre Christi ist, gebildet. Man muss die Lehre kennen/wissen und anerkennen/glauben. Aus Wissen wird Erkenntnis und aus Erkenntnis wird Glauben. Wahrer Glaube wird dieser erst dann, wenn er in die Tat umgesetzt wird.

(„Nur durch Taten kann der Mensch beweisen, dass er mit Gott lebt.“ Bruno Gröning) Der Mensch aber hat das Wort Gottes, die Lehre Christi, und damit Christus selbst, verworfen, indem er sich eine eigene, menschliche, nicht mehr göttliche Lehre gegeben hat. (“Wer den Herrgott verachtet, denken Sie von mir was Sie wollen, ist es nicht wert, Mensch genannt zu werden” Bruno Gröning) Wird Christus, der Herr, nicht anerkannt, schreibt der Mensch sich alles selbst zu. Er glaubt, das Gute tue er aus sich selbst und das, was er seinem äußeren Gedächtnis eingeprägt hat, seien Wahrheiten. Er ist, wie Bruno Gröning sagt, “oberflächlich” geworden und befindet sich dadurch mehr oder weniger im Bösen und Falschen. (“Er ist, praktisch gesagt, jeder großen Sünde verfallen.” siehe oben)

Die göttliche Lehre ist im inneren Sinn die Gottes- und die Nächstenliebe, die menschliche Lehre ist im inneren Sinn die Eigen- und die Weltliebe.

„So ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich eingehen.“

Jesus Christus

Fazit:

Wir Menschen müssen wieder wie die kleinen Kinder das Wort Gottes lernen, das, „was Menschen heute nicht mehr wissen, nicht mehr wissen können.“ (siehe oben) Wir wussten nichts Wahres mehr, weil wir es nicht wissen wollten. Wir wollten es nicht wissen, weil wir aus Eigen- und Weltliebe statt den göttlichen Wahrheiten unseren eigenen, menschlichen Wahrheiten, welche ja nur Scheinwahrheiten sind, Glauben schenkten. „So ihr nicht werdet wie die Kinder“ bedeutet, keine menschliche Lehre annehmen. Dem Kind ist die Eigen- und Weltliebe noch nicht in „Fleisch und Blut„ übergegangen, also noch nicht zur Gewohnheit geworden. (“Ich bin und bleibe nur ein Kind Gottes.” “Ich habe keine menschliche Lehre angenommen.” Bruno Gröning) „Fleisch“ steht für den Willen (Neigungen) und „Blut“ für den Verstand (Glauben). Gewohnheit bedeutet: der (erwachsene) Mensch „wohnt“, d.h. lebt, in seinen Willens-Neigungen und seinen Glaubens-Konzepten, in welche er sich verstandesmäßig begründet hat.

Ein Kind, welches Böses tut, tut dies noch nicht aus dem bösen Willen (d.h. aus Neigung zum Bösen) oder aus einem falschen Glauben (Begründung des Bösen und Falschen aus dem menschlichen Verstand), wie ein Erwachsener dies tut wenn er nicht in der Neigung zum Guten und Wahren ist (d.h. in der Liebe zum Herrn und zum Nächsten), sondern aus dem von den Eltern anererbten Bösen.

Bruno Gröning hat in seinen Vorträgen oft an dieses kleine Gebetchen erinnert: „Ich bin klein, mein Herz ist rein. Soll niemand drin wohnen als Christus, als Gott, als der Heiland allein.“ Das Herz entspricht dem Willen. Dort soll nichts Böses und Falsches hienein, welches ihn, also den Willen, verunreinigen würde. „Wohnen“ bedeutet leben. D.h., leben kann der Mensch nicht aus sich selbst, sondern nur durch den Herrn, der ja das Leben selbst ist. Je weniger der Mensch sich nach dem Eigenen und dem Weltlichen richtet, desto mehr lebt er. („Ohne Gott gibt es kein Leben.“ Bruno Gröning)

Für einen erwachsenen Menschen bedeutet dies, zu wissen und anzuerkennen, dass man aus sich selbst heraus nichts Wahres weiß/wissen kann, nichts Gutes tun kann, und aus sich selbst heraus auch kein Leben hat. In die menschliche Lehre, d.h. in die Eigen- und Weltliebe, kann nichts Wahres, Göttliches einfließen und ohne Wahrheiten kann der Mensch nicht gebessert werden. Richtiger gesagt, das göttlich Wahre und das göttlich Gute, welches immer in den Menschen einfließt (sonst könnten wir nichts denken, nichts sprechen, nichts tun, und würden nicht leben), wird vom Menschen in Falsches und Böses, d.h., in Menschliches verkehrt. („Der Mensch nimmt alles so menschlich und nicht mehr göttlich“ siehe oben)

Damit der Mensch gebessert werden kann, muss er den Weg „wie ihn dieser Weg von Christus aufgezeigt worden ist.“ wieder „finden“ (siehe oben). Wege und Gassen bezeichnen Wahrheiten, also die Lehre.

(„Er weiß nicht mehr, was Wahres ist. Er, der Mensch, ist mehr und mehr oberflächlich geworden.“ siehe oben)

Wir sind also aufgerufen, unter die, von uns so schön polierte Oberfläche zu schauen, dort den Weg, den Christus uns aufgezeigt hat, zu finden, d.h., die Lehre Christi befolgen, um dann die eigentliche Wahrheit zu finden, welche ist, Jesus Christus der Herr.

Ich bin nichts, der Herrgott ist alles.“

Bruno Gröning

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.”

Jesus Christus

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